Den Sympathisanten sog. „Bürgerbewegungen“ bzw. „Querdenker“ ist das gesundheitliche Wohl und die persönliche Integrität ihres Nächsten ganz offensichtlich egal. Die AHA-Regeln sind ja nur ein Minimum dessen, was an Hygiene im Gottesvolk des Alten Bundes üblich war und ist. Zur „Obrigkeit“ hatten Paulus und die frühen Gemeinden angesichts der Verfolgungssituation eine durchaus differenzierte Einstellung.

„Querdenken“ ist ein kommunikationstheoretischer Terminus, dessen Seriosität von Querulanten missbraucht wird,

denn um genau solche handelt es sich bei diesem aktuellen gesellschaftlichen Phänomen. Aus dem Tragen von Hygienemasken und aus anerkannten Impf-Empfehlungen dazu noch eine „christliche Widerstandspflicht“ abzuleiten ist völlig daneben, und alles andere als biblisch.

[Leider möchte DER SPIEGEL nicht differenzieren und lieber altbekannte Klischees über „Evangelikale“ bedienen.]

Wenn die Berliner Mandelzweig-Gemeinde mit ihrem Pastor Christian Stockmann meint, „Christen im Widerstand“ koordinieren und bei den Querulanten ansiedeln zu sollen, dann führen sie nicht nur Leichtgläubige in die Irre. Sie lenken von den wirklich wichtigen Problemen der Zeit und unserer Gesellschaft ab und desavouieren den christlichen Missionsauftrag. Ein sog. „Lobpreisgottesdienst“ als Start der Bodensee-Demos Anfang Oktober 2020 oder zum Tag der Deutschen Einheit vor dem Bundeskanzleramt setzt dem auch noch eine gotteslästerliche Spitze auf.

Querulant Michael Ballweg hat am 29.08.2020 dazu aufgerufen, das Grundgesetz durch eine neue Verfassung abzulösen („wir sind die verfassungsgebende Versammlung…“). Diese Leute haben keinerlei demokratische Legitimität. Ihre Thesen beruhen auf Falschaussagen und damit auf öffentlicher Übertretung des 8. Gebotes (siehe oben links). Ihre sog. „Christen im Widerstand“ haben keinerlei Vollmacht, evangelikales und charismatisches Spektrum der Kirche Gottes in irgendeiner Weise abzubilden oder zu vertreten. Hier handelt es sich meiner Einschätzung nach um massiven geistlichen Missbrauch, für den sich kein Pastor und keine Gemeinde hergeben darf.

Das Grundgesetz der Straße zu überlassen und Missbrauch in jeglicher Form sind keine Kavaliersdelikte. Sie sind kriminell.

(Beitragsbild: „Reichsbischof“ Ludwig Müller mit Hitlergruß bei der Nationalsynode der Deutschen Evangelischen Kirche 1933)

So sehen echte Christen im Widerstand aus: