Die katholische Bischofskonferenz hat heute die jährliche Kirchenstatistik für Deutschland veröffentlicht. 2014 sind fast 218.000 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten, so viele wie nie zuvor in einem Jahr. Dadurch sinkt die Anzahl der deutschen Katholiken auf knapp 24 Millionen (29,5%). Die evangelischen Landeskirchen haben mit 22,6 Millionen einen Bevölkerungsanteil von 27,9%. Deren Austrittszahlen werden für 2014 auf mehr als 400.000 hochgerechnet. Leichte Anstiege bei den Katholiken waren in den Ballungsräumen Berlin und Hamburg zu verzeichnen, außerdem bundesweit beim sonntäglichen Gottesdienstbesuch und bei Taufen und Trauungen.

Eine Kehrtwende („Conversión) zu [mehr missionarischer Kraft] im Sinne von „Evangelii Gaudium“ sieht anders aus, auch wenn Kardinal Reinhard Marx [das Gegenteil herbeizureden] versucht.

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Bei den Freikirchen ist der Trend umgekehrt. Sie bilden zwar eine verschwindende Minderheit im Konfessions-Raster und sind mit absoluten Zahlen nicht vergleichbar, aber Abnahme- und Zuwachsraten lassen sich bezüglich der Mitgliederzahl oder den Vorjahreszahlen genauso gut darstellen. Zum Vergleich: [Die Zahlen des kleinen Mülheimer Verbands]. Hier konnten 2014 zehn neue Pastoren/innen ordiniert werden. In meiner Gemeinde liegt die Gottesdienst-Mitfeier bei 130% der Mitglieder…

Überhaupt die Zukunft: Bis 2025 hat sich der Mülheimer Verband ein Wachstum auf 8.000 Mitglieder (Verdoppelung) und 20 neue Gemeindegründungen vorgenommen. Im [Bund freier evangelischer Gemeinden (FEG)] galt ab 2005 der Plan [100 neue Gemeinden in 10 Jahren]. Bis 2015 sind 68 Neugründungen auf den Weg gebracht worden. Das Projekt [Gemeinde Hoch Drei] bietet ein voll professionelles Programm mit Leitideen, Modulen und Materialien zum Download (z. T. kostenpflichtig) für den Aufschwung oder totalen Neuanfang. Vergleichbar Vorbildliches habe ich bisher in den großkirchlichen pastoralen Zentren weder an Zielperspektiven, noch an praktikablen Modellen entdecken können, von einigen Ausnahmen und [Einzelprojekten] einmal abgesehen.

Man diskutiert lieber [wieder und wieder über Strukturmaßnahmen] und vergisst dabei den eigenen Grundauftrag. Kein Wunder, dass Viele bei der nächstbesten Gelegenheit ein sinkendes Schiff verlassen.

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