Wir sind eine der ersten Gemeinden in Deutschland, die diese Aktion durchführt. Was mir bei der Vorbereitung klar wird: Bekehrung ist nicht nur eine seelisch-geistliche Angelegenheit, sondern umfasst den ganzen Menschen. Dazu gehört auch die Art und Weise, wie ich mit meinem Körper umgehe. Der Monatsspruch für den Mai 2016 ist da ganz eindeutig. [Hier] gibt es eine gute Auslegung dazu aus der Theol. Hochschule der Baptisten in Elstal! Sinnigerweise gibt es zur Tageslosung unseres Start-Sonntags 3. April 2016 den Spruch von Corrie ten Boom:

„Manche Menschen vertrauen dem Herrn, dass er ihre Seele rettet, nicht aber, dass er für ihr tägliches Leben sorgt.“

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Selbstverständlich verkündigen wir in unserer Gemeinde kein Wellness-Evangelium! Wir lenken auch nicht von der Berufung unserer Gemeinde für unsere Stadt ab. Die kann man in der [„DNA“ des Mülheimer Verbands] nachlesen. Aber: Wie sollen wir der kirchlichen Grundidentität der Evangelisierung nachkommen, wenn wir körperlich und geistlich träge und faul sind? Um diakonische Aufgaben wahrnehmen zu können dürfen wir auch einmal diakonisch mit uns selbst umgehen. Interessant ist ja, dass parallel zum Daniel-Plan in unserer Gemeinde eine Initiative für ein multikonfessionelles Stadtgebet Fahrt aufnimmt und Lehrseminare nachgefragt werden. Alphakurs und Leben-im-Geist-Seminar stehen für den Herbst 2016 auf der Agenda.

Wie funktioniert der Daniel-Plan?

Er legt den Fokus für 40 Tage auf eine ganzheitliche Bekehrung für Körper, Geist und Seele, indem er Elemente der „Exerzitien im Alltag“ mit einer Ernährungsumstellung und moderater sportlicher Bewegung verbindet. Das Ganze ist in einem [Buch von Pastor Rick Warren] (Saddleback-Gemeinde USA) und zwei weiteren Fachärzten zusammengefasst, das in [täglichen kleinen Portionen] durchgearbeitet wird. Zu den Hinweisen und der Predigt in sechs Sonntagsgottesdiensten erfolgt dann in [Kleingruppen] ein wöchentlicher Erfahrungsaustausch. Dazu bieten Gemeindemitglieder Sport- und Bewegungs- und Kochgruppen an, denn in Gemeinschaft erneuert es sich’s leichter. Es ist erstaunlich, welche Charismen in diesem Bereich schlummern und jetzt für das Gemeinwohl ans Licht kommen, denn nicht wenige sind aufgrund ihrer beruflichen Kompetenzen geradezu prädestiniert, ein Angebot für alle zu machen. Hier geht’s zu unserer [Facebook-Timeline]!

Dass manchen Gemeindemitgliedern der Daniel-Plan nicht spirituell oder evangelistisch genug ist, soll hier nicht verschwiegen werden. Auch gibt es manche, für die der Daniel-Plan ernährungs- und bewegungsmäßig nichts Neues bringt, weil sie aufgrund von Rehamaßnahmen oder eigener Einsicht ihre Lebensweise gar nicht mehr ändern müssen, oder die zeitlich oder altersmäßig meinen, nicht mithalten zu können. Für diese Gruppen habe ich aus der Daniel-Plan-Literatur eine Kurzfassung der inhaltlichen und spirituellen Impulse für jeden Tag erstellt, die man privat verwenden kann und damit kooperativ die Gemeinde bei ihrem Daniel-Plan unterstützt. Immerhin wollen 29 Interessierte auf diese Weise mitmachen. Wenn mein „freiwilliges Jahr“ ein reguläres Praktikum wäre, hätte ich hiermit mein Projekt inkl. Mappe erstellt.

Insgesamt war am Sonntag eine große Schar aus vielen anderen Gemeinden auch aus der Umgebung beim Startup-Gottesdienst dabei. Einen Fragebogen zur Selbstbewertung und Schwerpunktsetzung für die fünf „G“s: Glaube, Genuss (Ernährung), Gesundheit (Bewegung), Gelassenheit, Gemeinschaft konnte sich jeder mitnehmen, um den „Vorher“- und den „Nachher“-Zustand zu erfassen. Amerikanische Programme haben den großen Vorteil, dass sie sehr pragmatisch Problemlagen analysieren und programmatisch strukturiert Wege suchen und Verbesserungen aufzeigen. Sie müssen allerdings kritisch gelesen und auf unsere Kultur und Milieus angepasst werden.

Der Daniel-Plan ist übrigens in der „Brigitte-Diät-Szene“ kein Unbekannter. Wer ihn durchführt, kommt mit einer Einladung zur Lebensübergabe (S. 66f) und zur Offenheit für den Heiligen Geist (S. 79 ff) in Berührung (darum sind die Aspekte „Glaube“ und „Gemeinschaft“ so konstitutiv für dieses Programm!). Ins Deutsche übersetzt wurden große Teile von Fred Ritzhaupt, früherer Jesuitenpater und Mitbegründer der charismatischen [Gemeinschaft Immanuel] in Ravensburg mit ihrer [Lobpreiswerkstatt] (Albert Frey & Co.!), jetzt Pastor einer Freien evangelischen Gemeinde [FEG].

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