(Foto: Alex Wong/Unsplash)

Mein Freund Frank Laffin aus der [Paulus-Gemeinde] und dem [Gebetsraum Bremen], hat gute Gedanken zur Zukunft von Glaube und Kirche. Auch er lässt Konfessionalismus hinter sich. Auf diesem Pfad werde ich weiter gehen.
[https://glaubensschritte.com/2020/06/04/und-jetzt-glauben-nach-corona]

Und selbst „Gemeinde“ als strukturelle und pastorale Kategorie muss jetzt auf den Prüfstand. „[Netzwerk von Zellgruppen]“ – ohne großartig gebaute Zentren und ohne eng monarchische Dienststruktur, dafür aber mit Teamgeist und gediegener Mentoring-Kultur. Bevor ich fischen gehen würde, müsste ich ein Netz mit festen Knoten haben. Das „Richten der Netze“ (Mk. 1, 19) als Ausdruck der Apostolizität der Kirche. Dafür braucht es weit mehr als einige (nur noch wenige) „geweihte Häupter“. Wir alle stehen in der apostolischen Sukzession. Die ersten Gefährten Jesu haben zwar ihre „weltlichen“ Netze liegen gelassen, aber um „Menschenfischer“ zu sein, braucht es dennoch ein solides geistliches Netzwerk in Gestalt von verlässlichen Beziehungen. Insofern ist „Netzwerken“ (Richten der Netze) und Nachfolge Christi kein Gegensatz. Und solche Netzknoten können nach Corona nicht mehr nur aus Kirchbauten oder Territorialgemeinden bestehen. Es können Schulen, diakonische Einrichtungen (!),  Gebetshäuser, Internet-Communities, Kleine Christliche Gemeinschaften und Konferenzen sein. Eine plurale Gesellschaft braucht plurale Begegnungsmöglichkeiten.

Ostern 2020: Predigt in einem leeren Dom, aber immerhin zu 700 Youtubern

„Netzwerken” ist ein gutes Bild für kirchlichen Dienst. Theo Paul, scheidender Generalvikar des Bistums Osnabrück,  nimmt es auch für sich in Anspruch. Ich kenne ihn aus Studentenzeiten, und für mich ist er glaubwürdig. Er sagt im Abschieds-Interview aber auch: „Was im Bereich der kirchlichen Ämter und Dienste derzeit Stand ist, eröffnet keine Zukunft.“ (KiBo 38/2020, Beilage S. 8) Wow! Arbeiten wir weiter an einer grundlegenden und umfassenden Entklerikalisierung, ohne Beschränkungen und Ängste! (PP. Franziskus) Synodale Modelle gibt es genug – [Bergoglios Garage] zum Beispiel – ca. alle 2,5 km. Fragmentierte Kirche in der Fläche! Neue Gemeinden innerhalb der Mega-Multisite-Pfarreien!

Warum könnte eine Domkirche (mit dem Anspruch „der andächtige Dom“ des westfälischen Kulturkreises zu sein) nicht ein großes Gebetshaus sein, mit vielen kleinen „Kapellen“ für multikonfessionelle Gruppen und ihre pluralen Liturgieformen? Wir müssten von den raumfüllenden Kirchenbänken Abschied nehmen – na und? Daraus ließen sich Raumteiler und viele andere nützliche Sitz- und Ablagemöglichkeiten zimmern …