Opfer sexuellen Missbrauchs in der röm.-kath. Kirche Deutschlands in den 68 Jahren zwischen 1946 und 2014. 1.670 Täter, erfasst wurden nur Kleriker, keine hauptamtlichen Frauen. 62 % der Opfer (in einigen Regionen bis zu 80 %) waren Jungen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz wurden heute (12.09.2918) bekannt, 2 Wochen vor ihrer Präsentation in der nächsten Bischofskonferenz und der anschl. geplanten Veröffentlichung.

In der Studie heißt es: „Das Forschungsprojekt hatte keinen Zugriff auf Originalakten der katholischen Kirche. Alle Archive und Dateien der Diözesen wurden von Personal aus den Diözesen oder von diesen beauftragten Rechtsanwaltskanzleien durchgesehen.“ (S. 1) Im Forschungsbericht finden sich auch Zahlen über den Vertuschungs-Umfang und die laschen Strafmaßnahmen. Es gab auch Widerstände gegen die Aufklärung, Aktenmanipulation sei in einigen Fällen offenkundig. Vorher vernichtet worden (wenn auch evtl. turnusgemäß) seien Akten in zwei deutschen Bistümern. Deren Namen werden leider nicht genannt.

Eine erste Bewertung kann man in der [Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 12.09.2018] lesen. Die Leserkommentare in der online-Ausgabe nicht nur dieser Zeitung sind, wie zu erwarten war, vernichtend.

Mit Machtmissbrauch schafft sich eine Kirche selber ab. Einem Weiheverständnis mit einem „character indelibilis“ (unauslöschliches Merkmal) als angeblichem „ontologischem Plus“ zusätzlich zur Initiation durch Taufe und Firmung steht die Definition als Dienst entgegen [siehe „Gemeinsam Kirche sein“ S. 35], und einer auch nach außen museal anmutenden Ämterstruktur aus dem römischen Reichsbeamtentum steht der urkirchliche „fünffache Dienst“ (Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer) entgegen (Eph. 4. 1-16). Das wäre der Hebel für eine reformierende Kirche.

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