Von der Idee zum Projekt braucht es einen langen Atem – sowohl im Management, als auch im Gebet. Und Copiloten, besser noch ein kleines Team. Vor drei Jahren, im Frühjahr 2015, haben sich einige Osnabrücker „[MEHR!-Konferenz]-Wallfahrer“ zu einem Nachtreffen zusammengefunden. Daraus ist eine kleine [Lobpreis- und Anbetungs-Gruppe] entstanden, die sich an jedem 3. Sonntagabend im Monat zum Gebet trifft. Mit z. T. denselben Teilnehmern gibt es ebenso lange das multikonfessionelle [Gebet für Stadt und Land] an jedem Donnerstag-Vormittag – für Familienmenschen, Senioren und pastorale Mitarbeiter. (Ein weiterer Abendtermin für Berufstätige würde einem multikonfessionellen Stadtgebet gut tun!)

  1. Die Sozialraumanalyse der [Freien Evangelischen Gemeinde], die diese für ihr [Gründungsprojekt 2016] erstellt hat, lässt durchaus noch Raum für neue pastorale Formate in Osnabrück zu.
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    Ein Zentrum für Gebet und Evangelisation?

    Osnabrücks
    „1. Gebetshaus“

    Diese Aufgabe geben die letzten beiden Bischöfe von Rom, Franziskus und Johannes Paul II. eigentlich jeder normalen Pfarrei (EG 28). Kirchengemeinden werden dem in Deutschland aber kaum gerecht, weil sie mit sich selber und ihren Strukturen beschäftigt sind. In Osnabrück gibt es schon 18 lutherische Kirchen, 2 reformierte, 23 katholische und 10 freikirchliche Gemeindehäuser (von denen allein sechs pfingstlich-charismatisch bewegt sind), dazu noch etliche fremdsprachige Gemeinden und einige Altenheim- und Krankenhaus-Kapellen. Immerhin wird dort 1-2 mal wöchentlich oder auch mehr gebetet (seit den Anfängen vor mehr als 1.200 Jahren…).

    Das Gebet auf ein Gebetshaus konzentrieren?

    Aufbau und Einrichtung eines Gebetshauses braucht nicht nur Visionäre, sondern auch Anpacker, die etwas von Immobilien, Hausbau oder Umbau, Betriebswirtschaft und Fundraising verstehen. Eine kleine Gruppe, die treu seit drei Jahren hauptsächlich beten möchte, ist noch keine Aktivistentruppe, die ein Projekt in die Tat umsetzen und durchziehen kann. Das ist der erste Realitätstest!

  2. Braucht unsere Stadt überhaupt einen solchen festen Ort? Gibt es nicht schon Gruppen und Initiativen, die dran sind an Jesus und ihn bekannt machen möchten? Was ist denn schon alles vorhanden: von eucharistischer Anbetung der Katholiken über ökumenische Taizé-Gebete, missionarisches Nightfever, Praise and Worship in den Freikirchen bis hin zum Segensgebet von Gemeindegruppen, die auf Straßen, an Treff- und Brennpunkten präsent sind?
    Der zweite Realitätstest besteht darin zu schauen, was alles schon vorhanden ist: Bei allen (!) Kirchen und geistlichen Einrichtungen einer Stadt.

    24/7-Gebet und mehr am Hasetorwall

    Und dann stößt man in Osnabrück auf die „Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament“, die – [hinter Klostermauern] – 24 Std. Gebet an 7 Tagen der Woche seit ihrer Gründung 1862 machen, unterbrochen nur vom Bismarckschen Kulturkampf und der Kriegszeit.

    Es gilt also
    1. am bereits Vorhandenen anzusetzen und
    2. alles miteinander in Beziehung zu bringen: über konfessionelle Grenzen hinweg Brücken zu Bauen und Türen für neue Begegnungsräume zu öffnen, damit nicht manches parallel läuft oder immer wieder neu erfunden wird. Für die Beziehungen von geistlichen Initiativen in unserer Stadt setzt das [Osnabrücker Wort zur Ökumene von 1998] immer noch gültige Maßstäbe!

  3. Der dritte Realitätstest: Viele Gebetshaus-Begeisterte machen den Fehler, zuerst nach Räumen zu suchen, um sie dann mit Leben zu erfüllen. Das ist aber nicht so einfach. In manchen Städten ist der „Gebets-Stundenplan“ noch sehr dürftig, trotz stolzer Präsentation der Location in der Öffentlichkeit. Dann einfach Lobpreismusik aus der Konserve laufen zu lassen oder eine schöne Monstranz auszusetzen – in einem ansonsten menschenleeren Raum, ist mehr als mager und eigentlich ein „No-Go“. Darunter leiden auch die kath. Angebote zu stiller Anbetung.
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    Für Osnabrück stellt sich die Suche nach einer Gebetshaus-Location gar nicht. Als ergänzende Alternative zu bereits Vorhandenem hat [Siloah – Christl. Pflege Gmbh.] ihren Schulungsraum inkl. kleinem „Obergemach“ geöffnet, in dem Gebetsgemeinschaften und anderes stattfinden können. Er liegt in Citynähe an einer verkehrsreichen Straße im Rosenplatzquartier, umgeben von türkischen Geschäften und zwei Moschee-Säälen. Das gemeinsame Dach eines Pflegedienstes und das islamische Umfeld führen neue Gebetsinitiativen dort zu einer besonders diakonischen Spiritualität, die ein Alleinstellungsmerkmal der Osnabrücker Version innerhalb der Gebetshaus-Bewegung in Deutschland darstellt und noch ganz ungeahnte Perspektiven bereithält.

Fazit:

  1. Unter dem Namen „Osnapray“ sammeln sich Menschen, die davon überzeugt sind, dass Gott ein Mehr an Gebet auf seiner Agenda für Osnabrück hat.
  2. Im Vordergrund steht nicht die Gründung eines Gebetshauses, sondern ein Startup für 24/7-Gebet – also Menschen zusammenzubringen, die verbindliche Gebetstermine zusagen – je nach ihren persönlichen Möglichkeiten, was Zeit, Dauer und Ort betrifft.
  3. Gebet rund um die Uhr muss gerade in der Friedensstadt Osnabrück aufgrund seiner spannenden Konfessionsgeschichte multikonfessionell sein. Was die Gesellschaft und auch unsere Stadt nicht braucht, sind dogmatisch zerstrittene und untereinander unversöhnte Konfessionen. Überhaupt hat die Kirche Gottes weltweit nur ökumenisch eine Zukunft.

Wie Voraussetzungen und Strategie eines solchen Startups „vor Ort“ aussehen, [ist auf der Webseite von Osnapray zu lesen]. Die Beter bei Siloah sind nach drei Jahren Gebet („ran an Jesus“) zu der Erkenntnis gekommen, jetzt „raus aus dem Obergemach“ (Paul M. Zulehner) in die Öffentlichkeit (wenigstens des Internets) zu gehen!

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