…komm, wirke unter uns!

(Foto: St. Johannes der Täufer-Kirche Bohmte)

Der „Atem Gottes“ schlägt Wellen, auf dem wir mit dem Surfbrett unseres Glaubens vertrauensvoll surfen können. Am Samstag vor dem Pfingstfest 2019 war perfektes Surfwetter in Bohmte, nördlich von Osnabrück. Im Gemeindehaus der kath. St. Johannes-Gemeinde waren nach dem Vorbild der bisherigen Bremer „Tage des Heiligen Geistes“  (die mittlerweile vom [„mittendrin Nord“] 23.–25.08.2019 abgelöst werden) ca. 25 Teilnehmer und Ordensschwestern des im Frühjahr absolvierten Alpha-Kurses der Pfarreiengemeinschaft Bohmte-Hunteburg-Lemförde und benachbarter evangelischer Gemeinden zu einem Bibel- und Gebetstag zusammengetroffen, um sich auf Pfingsten vorzubereiten.

Der Vormittag war gekennzeichnet durch  Bibel-Teilen in zwei Gruppen über eines der beiden Evangelien des Pfingstsonntags, das in der katholischen Kirche in diesem Lesejahr C verkündet werden kann: Joh. 14, 15–16.23b–26. Durch die unterschiedlichen persönlichen Betroffenheiten, die einzelne Verse in den Teilnehmern auslösten, ergab sich ein Gesamtbild, das manch neuen und unverhofften Horizont öffnete und so einmal mehr die Vorteile von Gesprächen in überschaubaren Gemeindegruppen aufzeigte – was im Fazit des Tages zu der Frage führte, warum kath. Gemeinden gerade angesichts anonymer werdenden Verbünde und Multisite-Pfarreien nicht schon längst eine Substruktur in Bibel-, Gebets- und Hauskreisen entwickelt haben. Hier wurde von allen ein Potential erspürt, das noch ganz viel Luft nach oben besitzt und von den Teams und Gremien planvoll entwickelt werden sollte!

Das rührige Orga-Team Bohmte/Bad Essen hatte sich auch der Verpflegung der ca. 25 Teilnehmer/innen angenommen und selbst ein kleines Salatbüfett zusammengestellt. Nach der Mittagspause gab Pfr. Marc Weber in einer 30-Minütigen Katechese noch einmal eine Zusammenfassung der Aussagen des Alphakurses über den Heiligen Geist, an den sich eine Gruppenphase anschloss mit Erfahrungsaustausch über das Wirken des Geistes Gottes in unserem persönlichen Alltag. Im Plenum gaben zwei Teilnehmerinnen berührende Zeugnisse über das Wirken und die Kraft des Heiligen Geistes in ihrer Lebensgeschichte.

Den Abschluss bildete eine gute Stunde Lobpreis und Gebet unter der erfahrenen Leitung von P. Hergen vor dem Berge von der benachbarten Evangelischen Freien Gemeinde Bohmte, der mit seiner Familie eine ganze Lobpreisband auf die Beine stellen kann. Einmal mehr wurde die Konfessionsgrenzen sprengende Kraft der Musik spürbar – sicher auch eine Wirkung des Heiligen Geistes, und das nicht nur punktuell gerade in Bohmte. Auch ein evangelischer „Klassiker“ wurde im kath. Gemeindehaus geschmettert: „O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein“ (EGB 136), der sicher in vielen der ökumenischen Gottesdienste am Pfingstmontag auch gesungen wird.

Was nehme ich mit nach Hause?

1. Dankbar habe ich gesehen, wie kath. Gemeinde- und Gremienmitglieder sich auf den Weg machen und sich dem Wirken des Heiligen Geistes neu öffnen. Eine ganze Gruppe und Angehöre des Bohmter Pastoralteams werden zur Konferenz [„Divine Renovation”] im September 2019 im Fuldaer Dom fahren. Der Ideengeber dieses „Tages des Heiligen Geistes“ ist Mitglied des Osnabrücker [„Gebetskreises für Stadt und Land“], der sich wöchentlich am Donnerstagvormittag trifft. Hier können wir eine unmittelbare Gebetserhörung erleben! Ein Wunder? Ja, wenn dieser Tag keine „Eintagsfliege“ bleibt!

2. Das Wort aus dem Bibel-Teilen Joh. 14, 23b: „Mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ – für mich klingt das so: Mein Papa liebt mich, und er wird mit seinem Sohn = meinem Freund und mit meinem Trainer zu mir kommen und bei mir wohnen. Sie wollen eine WG mit mir, und es interessiert sie überhaupt nicht, ob und wie ich gerade meine Bude aufgeräumt habe! Sie platzen einfach so in meine Geschäftigkeit herein. Nun gut, ich hatte gerade eine Rumpelkammer ausgeräumt und mit meinem Freund Jesus neu gestrichen (Beichtgespräch) und den Sperrmüll erst nach draußen und jetzt vollends auf die Müllkippe gebracht. Verschwitzt wie ich bin muss ich noch ins Badezimmer, und dann wollen wir in unserer WG so eine Art „Einsatzzentrale“ einrichten für die lokalen Outreaches, die schließlich das Kerngeschäft unserer Firma und ihrer Filialen sind. Wir sind ja „Global Player“ für Lebensqualität! Ich bin überzeugt davon, dass es nicht ihr Ding ist, in eine renovierte Privatkapelle (womöglich neobarock…) eingesperrt zu werden.

3. Kooperation! Die Organisatoren haben einfach in der Nachbarschaft angefragt: Die freikirchliche Lobpreisband war ein Volltreffer. Viele der Lobpreislieder, die wir konfessionsverbindend singen, sind ja von Albert Frey, der Immanuel-Lobpreiswerkstatt Ravensburg (die auch beim [mittendrin 2019] zusammen mit der JCE-Band den Lobpreisdienst bewerkstelligt hat) oder Johannes Hartl – alles Leute in der kath. Kirche oder mit unübersehbar kath. Wurzeln. Am letzten Sonntag im Kirchenjahr (24.11.2019) wird die „Jesus-House-Band“ aus Osnabrück in St. Johannes Bohmte noch einmal spielen, ein Ergebnis der Jugendevangelisation [Jesus-House 2017]. Mein Engagement als Netzwerker im Hintergrund finde ich einmal mehr bestätigt. Danke, Papa! Jesus, Dein Weg ist zielführend. Heiliger Geist: Bitte mehr davon, in Bohmte und drumzu bis nach Osnabrück!