Für jugendliche Pioniere über 60 sehr geeignet!

In Panama fordert er ihn ein – PP. Franziskus von haupt- und ehrenamtlichen Christen. Es sind Predigten gegen die Mut- und Ratlosigkeit, die sich auch bei uns verbreitet hat. In einer Auslegung zu Joh. 4, 6-7 stellt er die Rollenverteilung klar: Jesus ist es, der die Frau am Jakobsbrunnen bittet: „Gib mir zu trinken“, nicht umgekehrt, wie wir es uns so gerne vorstellen. In seiner „evangelikalen“ Direktheit macht PP. Franziskus uns klar: Jesus bittet auch mich und Dich – und fordert uns damit heraus, aktiv zu werden. Es lohnt sich sehr, einige Passagen vom Weltjugendtag nicht nur an sich heran zu lassen, sondern sie in Taten umzusetzen:

„Gib mir zu trinken – darum bittet der Herr, und er bittet uns darum, dass wir es sagen. Wenn wir es sagen, dann öffnen wir das Tor unserer müden Hoffnung, um ohne Angst zum Brunnen unserer ersten Liebe zurückzukehren, als Jesus unseren Weg kreuzte, uns barmherzig ansah und uns aufforderte, ihm zu folgen; wenn wir es sagen, holen wir die Erinnerung an den Moment zurück, in dem sein Blick dem unseren begegnete, an den Moment, in dem er uns spüren ließ, dass er uns liebte – nicht nur persönlich, sondern auch als Gemeinschaft (vgl. Homilie in der Osternacht, 19. April 2014). Es geht darum, auf unseren Fußspuren zurückzukehren und in der schöpferischen Treue zu hören, wie der Heilige Geist nicht ein spezifisches Werk geschaffen hat, einen Pastoralplan oder eine Struktur, die zu organisieren sind, sondern durch viele „Heilige von nebenan“ … einem bestimmten geschichtlichen Kontext, der jede Hoffnung und Würde zu ersticken und zu erdrücken schien, Leben und Sauerstoff gab.“

Foto: wjt-muenster.de

Wann hast Du es gesagt? Laut ausgesprochen? Oder nur im Stillen gedacht und damit nicht viel mehr als Deine eigene Lebensideologie bekräftigt? Wann hast Du gespürt, dass er Dich liebt, ganz individuell und ganz persönlich auch die Menschen um Dich herum – und hast auf diese Liebeserklärung geantwortet, ganz konkret mit Worten, am besten in Gegenwart von geistlich Befreundeten? Wann in Deinem Leben hat er Deinen Weg buchstäblich gekreuzt? Hast Du die [Kehrtwende in Deinem Leben] in Seiner Kraft vollzogen – oder schiebst Du sie lieber vor Dir her?

Charismatischer Pioniergeist:

„Mut zu haben, sich reinigen zu lassen und den authentischeren Teil unserer ursprünglichen Charismen – sie beschränken sich nicht nur auf das geweihte Leben, sondern auf die ganze Kirche – wiederzugewinnen als auch zu sehen, auf welche Weisen sie heute zum Ausdruck kommen können. Es geht nicht bloß darum, dankbar auf die Vergangenheit zu schauen, sondern sich auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Inspiration zu machen und zuzulassen, dass sie kraftvoll wieder neu unter uns aufgehen“ (vgl. Papst Franziskus – Fernando Prado, Die Kraft der Berufung, Freiburg 2018, S. 43).

„Akzeptieren, dass wir vom Heiligen Geist in Männer und Frauen verwandelt werden müssen, die sich an einen Übergang erinnern, an den heilbringenden Übergang Gottes. Und die voll Vertrauen sind, dass er, so wie er es gestern getan hat, es morgen weiter tun wird: »An die Wurzel zu gehen hilft uns zweifellos, die Gegenwart angemessen zu leben, ohne Angst zu haben. Wir müssen ohne Angst, indem wir dem Leben mit der Leidenschaft begegnen, in die Geschichte eingebunden, am Leben beteiligt sein. Es ist eine verliebte Leidenschaft« (ebd., S. 45).“

Was nach meiner Erfahrung viel zu vielen Pastoralteams in Deutschland überhaupt nicht schmeckt, bis hin zu regelrechtem inneren Widerstand: PP. Franziskus hält sehr viel von Charismatischer Erneuerung! Er hält sie für einen [„Strom der Gnade“], der über die weltweite Pfingstbewegung auch der katholischen Kirche geschenkt wurde. Wenn er „charismatisch“ sagt, dann ist das eben nicht „etwas ganz anderes als die CE“,  wie mir mal eine Theologin weiszumachen versuchte, sondern genau die CE und ihr größerer multikonfessioneller Kontext. Im Umgang mit den Jugendlichen in ihrer südamerikanischen Unbefangenheit, nicht nur über den Glauben zu reden, sondern ihn auch charismatisch zu leben, wird das deutlich:

„Wir wollen gemeinsam mit Euch die unablässige Neuheit und Jugendlichkeit der Kirche wiederentdecken und wiedererwecken (wie bitte: Erweckung!?) und uns für [ein neues Pfingsten] öffnen (vgl. Jugendsynode, Abschlussdokument, 60). Das ist nur möglich, wenn wir uns … aufschwingen, voranzuschreiten, indem wir einander zuhören, und zuzuhören, indem wir zusammenkommen. Wir sollten ein Zeugnis geben können, indem wir den Herrn durch den Dienst an unseren Brüdern und Schwestern verkünden; in einem konkreten Dienst, versteht sich.“

Die [diakonische Dimension] des Betens gilt es zu entdecken: Hörend und helfend, Gott und den Menschen zugewandt. Das sei allen Gebetshaus-Initiativen ins Stammbuch geschrieben! Modelle dafür gibt es längst, nicht nur Manifeste.

Jugend-Mitarbeitertagung (MIA) des Mülheimer Verbands 2017 in Hamburg. (Klick!)

Aber weiter mit dem Kirchenträumer an der Spitze der katholischen Kirche:

„Die Kultur der Begegnung ist ein Aufruf und eine Einladung, mit Mut einen gemeinsamen Traum lebendig zu halten. Ja, einen großen Traum, der in der Lage ist, alle miteinzubeziehen. Es ist der Traum, für den Jesus am Kreuz sein Leben hingegeben hat und für den der Heilige Geist sich ergoss und das Pfingstereignis in die Herzen eines jeden Mannes und einer jeden Frau einbrannte, in Deinem und in meinem Herzen, in der Hoffnung, dass er Raum findet, um zu wachsen und sich zu entfalten. Ein Traum namens Jesus, der vom Vater im Vertrauen darauf ausgesät wurde, dass er in jedem Herzen wachse und lebe. Ein Traum, der durch unsere Adern fließt, das Herz bewegt und jedes Mal neu bewegt, wenn wir die Worte hören: »Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt« (Joh 13,34-35)“ –

und in pfingstkirchlicher Predigtmanier fordert PP. Franziskus seine Zuhörer auf, diesen Satz nachzusprechen … Und er wird noch deutlicher:

„Willst Du, dass dieser Traum wahr wird? Willst Du ihn mit Deinen Händen und Füßen, mit Deinem Blick und Deinem Herzen wirklich werden lassen? Möchtest Du, dass die Liebe des Vaters Dir neue Horizonte eröffnet und Dich auf Pfaden führt, die Du Dir nie vorgestellt und erdacht hättest, die Du Dir nie erträumt oder von denen Du nie erwartet hättest, dass sie Dein Herz so erfreut singen und tanzen ließen?“

Wow – ja! Ich habe es bereits erlebt und erlebe es weiter. Ich blogge hier seit vier Jahren darüber. „Was Du machst ist einfach nur krass“ sagt mein Freund über mein Engagement als Katholik mit pastoraler Berufserfahrung in einer charismatischen Freikirche. Nun, man muss es nicht nachmachen, aber ich durfte zum Glück [in meinem Netzwerk feststellen], dass ich längst nicht der Einzige bin. Nun wird [aus meiner Vision ein Projekt]. Aus [meinem Charismenprofil] ist eine Berufung geworden.

Zu guter Letzt:

„Denn, liebe junge Freunde, Ihr seid nicht die Zukunft, sondern das Jetzt Gottes. Er versammelt euch und ruft euch in euren Gemeinschaften und Städten dazu auf, nach den Großeltern, nach den Erwachsenen Ausschau zu halten; aufzustehen und zusammen mit ihnen das Wort zu ergreifen und den Traum zu verwirklichen, mit dem der Herr euch geträumt hat.

Nicht morgen, sondern heute; denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz (vgl. Mt 6,21). Und das, worin ihr verliebt seid, wird nicht nur eure Vorstellungskraft erobern, sondern es wird alles einbeziehen. Es wird das sein, was euch am Morgen zum Aufstehen bringt und euch in den Augenblicken der Ermüdung anspornt, was euch das Herz zerreißen wird und euch mit Staunen, Freude und Dankbarkeit erfüllen wird. Spürt, eine Mission zu haben und verliebt euch in sie, und davon wird alles abhängen (vgl. Pedro Arrupe SJ: Nada es más práctico).“

In meiner Gemeinde entsteht gerade ein neuer, missionarischer Arbeitszweig. [Ohne ihn auf irgendeine Art und Weise gepuscht zu haben] ist das jetzt der Kairos für mich. Das wird mein Ding! Mit Work & Pray-Balance kenne ich mich ein wenig aus…

Die nächsten beiden Schritte:

Fishermen for cellgroups!

 

 

 

 

 

 

Danke Jesus, dass Du uns und mich auf einem Weg stellst, den wir für eigentlich unmöglich halten. Danke, dass Du unsere kleine Kraft benutzst, um Beziehungen zu knüpfen und so Schritte zum Frieden zu gehen. Du selbst bist der Friede für die Welt und der Weg zum Leben, in Person! Es ist einfach super, dass wir dabei sein dürfen.

Die Predigten im Wortlaut:
1. [https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-01/wortlaut-papstpredigt-messe-priester-laien-kathedrale-altarweihe.html]
2. [https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-01/papst-franziskus-panama-wjt-2019-jugend-begruessung-wortlaut.html]
3. [https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-01/papst-franziskus-panama-wjt-2019-predigt-abschluss-messe-wortlau.html] (Achtung: inkl. Schreibfehler!)

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